Uhu (Bubo bubo)

Foto: Markus Grosche, NABU Waldeck-Frankenberg 

   

Der Uhu ist mit 66 bis 70cm die größte europäische Eule (Strigidae, zweimal so groß wie die Waldohreule, fast adlergroß) und weist sehr große, auffällige Federohren auf (Ohrbüschel), eine breit gestreifte, gelbbraune Brust und große, orangerote Augen. Seine Oberseite ist gelbbraun und dunkelbraun gefleckt.

Der Uhu schlägt Beute bis zur Größe von Hasen und Rehkitzen bei Säugetieren und bis zur Größe von Auerhähnen bei Vögeln. Außerdem frisst er Reptilien, Amphibien und Insekten. Er jagt in der Morgen- und Abenddämmerung und rastet in Felsspalten oder hohen Bäumen oder aufrecht auf einem Ast dicht neben dem Baumstamm sitzend. Er ist ungesellig.

Die Stimme des Uhu ist tief, aber kurz "u-hu", die zweite Silbe fällt etwas ab. Manchmal folgt ihr ein gedämpftes, gutturales Kichern. Der Ruf des Weibchens ist ähnlich, aber höher. Es hat überdies einen fuchsartig bellenden Ruf "kweck kweck".

Der Uhu kommt in großen, dichten Laub- und Nadelwäldern, auf Klippen, an bewaldeten oder kahlen Felshängen und in offenen, wüstenartigen Steppen vor.

Er nistet in Vertiefungen unter Felsen und Gestrüpp, in hohlen Bäumen oder alten Greifvogelhorsten.

Der Uhu kommt außer in Deutschland in Teilen Südfrankreichs, Spanien, Portugal, Italien, auf dem Balkan, in Teilen Polens, Estlands, Lettlands und Litauens, in einigen Bereichen Skandinaviens und einigen ehemaligen Staaten der Sowjetunion vor. Vielerorts ist er aber selten geworden.

Der Naturschutzbund NABU hat den Uhu zum "Vogel des Jahres 2005" gekürt. Er steht für einen erfolgreichen Artenschutz. Nachdem die größte Eule Europas in den 60er Jahren in Deutschland kurz vor der Ausrottung stand, siedeln hier heute wieder etwa 850 Brutpaare.

Auch wenn sich das Blatt gewendet hat, ist der Uhu noch besonders schutzbedürftig, teilte der NABU mit. Der Vogel wird zwar nicht mehr als Raubvogel oder wie im Mittelalter üblich als so genannter Totenvogel von Menschen gejagt, andere Gefahren jedoch mindern den Bestand. Besonders ungesicherte Strommasten können für das bis zu 70cm große Tier mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Meter tödlich sein. Dies kann jedoch 2012 ein Ende haben: Bis dahin müssen laut einer Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes alle gefährlichen Masten entschärft sein.

SZ v. 02.10.04, STB v. 02.10.04; STB v. 05.02.05 (grosser Artikel mit Bildern): Sensibel bis in die Federspitzen Teil 1, Teil 2, Teil 3, Uhu-Steckbrief, Tödliche Gefahr Stromleitungen, Uhu von vorne, Uhu im Flug, Uhu-Nachwuchs.

 

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