Mauersegler (Apus apus)

    

       Foto: NABU / A. Limbrunner, Dachau

Der Mauersegler gehört zur Familie der Segler (Apodidae), die schwalbenähnliche, den Schwalben aber nicht näher verwandte Vögel umfasst. Mauersegler sind daher keine Singvögel.

Der Mauersegler erreicht im adulten Zustand eine Körpergröße von knapp 16 bis 17cm, ist also deutlich größer als europäische Schwalben und wiegt rund 43g.

Von allen Schwalben unterscheidet er sich durch ein rußschwärzliches Gefieder und einen weißlichen Kehlfleck (welcher selten zu sehen ist). Er hat lange, sichelförmig gebogene Flügel und einen kurzen, gegabelten Schwanz. Sein Kopf ist flach mit sehr breiter Mundspalte. Seine kurzen Füße sind nur zum Anklammern an senkrechte Wände geeignet.

Beide Geschlechter, Männchen und Weibchen, sind gleich gefärbt. Jungvögel sind vor allem an Stirn und Unterseite weißlich geschuppt.

Der Mauersegler stößt ein schrilles, langgezogenes, durchdringendes "srih" aus, am Nest oder an der Rasthöhle kommt ferner ein schnelles Zwitschern vor.

Er lebt den größten Teil seines Lebens fliegend in der Luft und ernährt sich wie Schwalben hauptsächlich von fliegenden und schwebenden Insekten. Er jagt vor allem gegen Abend in Gesellschaften über die Dächer und hohen Häuser hinweg. Sein  Flugbild ist ankerförmig und reißend. 

Er kann überall erscheinen, besonders in Siedlungsräumen (wie der Vogel des Jahres 2002, der Haussperling) und Felsregionen mit geeigneten Nistplätzen, also in Mauerspalten an Gebäuden, unter Dachrinnen, gelegentlich in Felslöchern und Baumhöhlen. Das Nistmaterial wird mit Speichel verklebt. 

In Mitteleuropa nistet der Mauersegler von Mai bis August, Fortpflanzung ist von Mai bis Juli. Sein Gelege umfasst 2-3 Eier, die Brutdauer beträgt 18-20 Tage, die Nestlingszeit 40-50 Tage. Die Jungvögel werden nach dem Ausfliegen nicht mehr gefüttert, sie sind sofort selbständig.

Der Mauersegler kommt unregelmäßig in ganz Europa besonders in Ballungsräumen vor, in Nordafrika und im Osten bis Nordwest- und Innerasien. Er ist bei uns in Mitteleuropa Sommervogel und überwintert als Langstreckenzieher in Afrka. Dabei legt er jedes Jahr beinahe 200.000km zurück!

Der Vogel des Jahres 2003 ist in seinem Bestand zwar derzeit nicht akut bedroht, leidet aber unter Wohnungsnot. Er macht stellvertretend für viele andere Tiere auf die ökologischen Probleme in den Städten und Dörfern aufmerksam. Alte Häuser werden saniert und gleich hermetisch abgeriegelt, so dass es zunehmend an geeigneten Nistmöglichkeiten mangelt. Als langlebiger, ortstreuer Vogel kehrt er noch viele Jahre in die Gegend seines Brutplatzes zurück und der Mensch gewinnt dadurch den Eindruck, alles sei beim Alten. Findet der Mauersegler an diesen Stellen jedoch keine Nistplätze mehr vor, wird sich sein Bestand auf Dauer ohne Nachwuchs verringern und der Mauersegler langsam aus unseren Dörfern und Städten verschwinden.

SZ v. 05.10.02; STB v. 05.10.02.

 

 

Juni 2007

NABU startet Mauersegler-Nistkastenkamera


Erleben Sie täglich von 12.00 bis 22.00 Uhr live auf dem Bildschirm im NABU-Schaufenster Mengen, wie das Mauersegler-Paar seine Jungen aufzieht.

Die NABU-Gruppe Mengen-Scheer-Hohentengen-Ostrach setzt das Familienleben eines Mengener Mauersegler-Paars in Szene. Die Kamera ist in einem Mauersegler-Kasten über dem NABU-Schaufenster am Giebel des Hauses in etwa 12m Höhe angebracht. Die Brutzeit erstreckt sich von Mitte Mai bis Ende Juli, selten länger. Es gibt nur eine Brut im Jahr. Die Brutzeit beträgt 18-20 Tage, bei schlechtem Wetter aber auch bis zu 27 Tage.

Mauersegler sind Höhlenbrüter an Gebäuden und Felsen, aber auch in alten Bäumen und Nistkästen. Das Nest besteht vor allem aus Halmen, Blättern, Haaren, Federn und ähnlichen leichten Materialien, die die Mauersegler im Flug sammeln.

Mauersegler sind recht einfach an ihren sichelförmigen Flügeln zu erkennen. Im Flug hört man häufig seinen Ruf, ein hohes, schrilles, oft gereiht vorgetragenes "srih".

SZ v. 09.06.07

 

Juli 2007

Drei junge Mauersegler geschlüpft!

Erleben Sie täglich von 12.00 bis 22.00 Uhr live auf dem Bildschirm im NABU-Schaufenster Mengen, wie das Mauersegler-Paar seine Jungen aufzieht.

Im Juni hatten die Vogeleltern drei Eier im Nistkasten am Giebel des Hauses in der Mengener Haupstrasse gelegt. Nun sind drei muntere Jungvögel geschlüpft und halten die Vogeleltern auf Trab. Sie sind den ganzen Tag mit der Suche nach Futter beschäftigt.

SN v. 12.07.07

 

 

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